Wie gelingt es, im anspruchsvollen Ingenieuralltag belastbar, fokussiert und handlungsfähig zu bleiben? Mit dieser Frage beschäftigten sich interessierte Mitglieder beim Online-Vortrag „Resilient im Ingenieurberuf“ mit Dr. Maria Wiesmann. In rund einer Stunde erhielten die Teilnehmenden kompakte Impulse, praktische Übungen und alltagstaugliche Anregungen für mehr persönliche Stärke im Berufsleben. Der Abend verband fachlichen Input mit lebendigem Austausch und bot viel Raum für eigene Erfahrungen und Beispiele aus dem Ingenieuralltag.

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Resilienz als trainierbare Kompetenz verstanden und im Berufsalltag gezielt gestärkt werden kann. Dabei wurde unter anderem das 7-Säulen-Modell vorgestellt, das zentrale innere Ressourcen wie Akzeptanz, Optimismus, Lösungsorientierung, Selbstwirksamkeit, Verantwortung, Netzwerk und Zukunftsplanung beschreibt. Ergänzend wurden personenbezogene und umfeldbezogene Schutzfaktoren beleuchtet – etwa Selbstwahrnehmung, Stressmanagement, soziale Einbindung und ein unterstützendes Arbeitsumfeld.

Besonders praxisnah waren die vorgestellten Sofort-Tools für den Alltag im Ingenieurberuf: kurze Achtsamkeitsimpulse, gesunde Abgrenzung und ressourcenaktivierende Übungen, die sich direkt in belastenden Situationen einsetzen lassen. Auch die Reflexion eigener Fallbeispiele spielte eine wichtige Rolle. Im Austausch wurde deutlich, dass komplexe Anforderungen, Termindruck und hohe Erwartungen zum Alltag vieler Ingenieur:innen gehören – und dass es wichtig ist, Warnsignale wie Erschöpfung, Gereiztheit oder Konzentrationsverlust frühzeitig wahrzunehmen.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem bewussten Umgang mit Stress: Das A-B-C-Modell nach Albert Ellis zeigte, wie sehr nicht nur äußere Ereignisse, sondern vor allem die eigene Bewertung von Situationen das Erleben beeinflusst. Auch der Blick auf kognitive „Wartung“ – also das Erkennen von Stressverstärkern, den Wechsel vom Problem- zum Lösungsfokus und die anschließende Evaluation von Lösungsschritten – gab den Teilnehmenden hilfreiche Denkanstöße für den Berufsalltag.

Im anschließenden Austausch wurden konkrete Erfahrungen, Fragen und Best Practices aus dem Ingenieurumfeld geteilt. So entstand ein offenes und konstruktives Gespräch darüber, wie Resilienz nicht als einmaliges Ziel, sondern als fortlaufender Prozess verstanden werden kann – mit Bewusstsein, Aktivierung und der Entwicklung hilfreicher Routinen im Alltag.

Der AuF ING e.V. bedankt sich herzlich bei allen Teilnehmenden für ihr Interesse, die engagierte Diskussion und die vielen wertvollen Beiträge. Wir freuen uns auf weitere Veranstaltungen und den gemeinsamen Austausch.

Literaturempfehlungen zum Vertiefen des Thema sind nachfolgend zu finden.

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